Und sonst so?

Schon seit vielen Jahren habe ich mir alle meine verschiedenen Einfälle notiert, teils im Computer, teils waren und sind die irgendwo auf Zetteln notiert. Das allererste, was ich mal schreiben wollte, war ein Buch übers Glücklichsein; die Idee dazu kam mir 1993, genau in der Woche, als ich meine mündlichen Prüfungen an der Uni hatte. Ich habe in den ersten Jahren nach meinem Studium viel darüber gelesen, nachgedacht und aufgeschrieben, hinter mir im Regal stehen immer noch dieselben vier Leitz-Ordner, die ich damals angelegt und vollgeschrieben habe – plus Material plus ein Stapel Bücher, aus denen ich zitieren wollte bzw. werde. Den Plan für die 13 Kapitel hatte ich auch schon. Damals war ich allerdings noch nicht soweit, dieses Buch schreiben zu können; ad acta gelegt ist es jedoch nicht, es sind viele gute Ideen drin (zum Beispiel, die verschiedenen Arten und Weisen dessen, was wir als Glück empfinden, mit den 7 Chakras in Verbindung zu bringen). Und mit der Lebenserfahrung, die ich heute habe – nebst den gewachsenen sprachlichen Mitteln –, kann ich es, so glaube ich, irgendwann einmal wagen, dieses Menschheitsthema anzugehen.

Hier soll es aber mehr um all die witzigen, satirischen, manchmal Postillon-mäßigen und bisweilen leicht skurrilen Vorhaben gehen, die mir vorschweben und die sich in verschiedenen Stadien der Entwicklung befinden; manche sind schon weit gediehen, zu anderen sammle ich fleißig Material … und bei wieder anderen weiß ich noch gar nicht, welche Form das mal annehmen kann; das wird sich dann im Laufe der Zeit ergeben.

Diese Seite soll also am ehesten eine Art Kaleidoskop eröffnen, was man (bzw. ich) mit Sprache so alles anstellen kann. Und das ist eine ganze Menge …

PROZUKOMDEDEUS

Das am weitesten fortgeschrittene und zugleich unabschließbarste Projekt trägt den Arbeitstitel PROZUKOMDEDEUS – Projekt zur Komplettierung der deutschen Sprache. Kürzlich fand ich dazu einen Eintrag, der aus dem Jahr 2012 datiert!

Schaut man sich die deutsche Sprache unvoreingenommen und mit nur einem Funken Logik an, muss man feststellen: Da geht es durcheinander wie Kraut und Rüben! Überall fehlen Wörter. Die deutsche Sprache ist absolut unsystematisch. Es gibt »überdrüssig«; warum gibt es dann nicht auch »unterdrüssig«? Was ist mit dem zugehörigen Substantiv, »Druss«, dem Verb, »drüssen« (oder muss es »drussen« heißen?), und dem neutralen Adjektiv, »drüssig«? Man kann etwas »verlautbaren«; kann man dann nicht vielleicht auch etwas »verleisebaren«? Ich wüsste schon eine zugehörige Bedeutung. Wir sagen, irgendetwas, zum Beispiel eine Wiese, ist »farbenfroh«. Und wenn alles verblüht ist? Ist sie dann »farbentraurig«? Über all das mache ich mir so meine Gedanken …

Und angesichts der derzeitigen in Deutschland verhängten Beschränkungen fiel mir der sehr treffende Begriff »Dämmokratie« (samt Beschreibung) ein.

Rechts ein Screenshot einer typischen Datei (Buchstabe H), in der ich meine Ideen digitalisiere. (Ich habe wahllos irgendeine der alphabetisch bezeichneten Dateien aufgerufen; und wie es das Schicksal so will, war es gerade eine mit einem – für mich selbst verfassten – Hinweis, dass mir diese Idee bereits am 11.11.2012 gekommen ist. Daher die obige (warum gibt es eigentlich nicht »untig«?) Anmerkung. Vermutlich habe ich in den vergangenen Jahren bereits 2.500 oder 3.000 neue Wörter ersonnen, von Abarchie (die Ablehnung jeglicher Form von Herrschaftslosigkeit) bis Zweiverständnis (wenn man anderer Meinung ist als jemand anderer, herrscht Zweiverständnis; das klingt immerhin positiver als „uneins“ oder „Damit bin ich nicht einverstanden.“)

Als Ende 2019 ein Verlag sehr interessiert anfragte und sich erkundigte, wie umfangreich das Projekt denn werden würde und wann ggf. mit einer Fertigstellung zu rechnen sei, antwortete ich, dass es nach derzeitiger Schätzung 257 Bände geben werde und dass das Projekt im Jahre 3157 abgeschlossen sein wird – allein schon das Kombinieren aller Verbstämme mit sämtlichen Vorsilben samt Überprüfung und Abwägung, ob man das Ergebnis zur Bezeichnung von irgendetwas gebrauchen könnte, wird mehrere hundert Jahre in Anspruch nehmen.

Als weiteren wichtigen Punkt sehe ich das systematisch-logische Durchdenken aller Adjektive an: Zur feinen Abstufung von Aussagen sollte man einem goldrichtig für Fälle, in denen etwas ziemlich, aber dennoch etwas weniger richtig ist, ein silberrichtig und folglich auch ein bronzerichtig beiordnen.

Es gibt kurzweilig und es gibt langweilig. Wie aber könnte man etwas nennen, das nur so lala ist, also weder besonders gut noch besonders schlecht? Klar: mittelweilig! Bei Netflix-Serien zum Beispiel schaut man sich auch mittelweilige Episoden komplett an, damit einem von der Story nichts entgeht.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die sinnvolle Erweiterung von Steigerungsmöglichkeiten: teilweiseteilweiseram teilweisersten; probehalberprobehalbereram probehalbersten; keinstkeinsteram keinstersten; gerngerneram gernstenam gernstersten; alle diese schönen Formen sollte man brauchen können dürfen.

Das mit Abstand Schwierigste dürfte wohl die Revision aller Sprichwörter und Redewendungen sowie aller metaphorischen Ausdrücke sein: Wenn jemand etwas mit gemischten Gefühlen tut, sollte er in sich gehen, innerlich aufräumen und sich sodann mit sortierten Gefühlen frisch ans Werk machen. Als Pendant zu haushoch überlegen sollte man kellertief unterlegen einführen. Da nahm das Unheil seinen Lauf? Wieso haben wir für so vieles immer nur einen negativen Ausdruck? Dem setze ich ein zuversichtliches Da nahm das Heil seinen Lauf, ein glockenhelles Mir ist ein Geschick passiert und gar ein Uns ist ein Glück zugestoßen entgegen!

PS: Seither habe ich von diesem Verlag nie wieder etwas gehört.

Kompostillon

Dem Online-Satiremagazin Der Postillon habe ich in den vergangenen zwei Jahren mehrere wirklich hübsche Artikel geschickt, zum Beispiel über geheime Pläne der G20-Staaten, in Nordkorea anzufragen, ob man die Gipfeltreffen nicht zukünftig in Pjöngjang abhalten könne, denn nur dort könne ein absolut ruhiger und ungestörter Ablauf zugesichert werden.

Oder ein ADAC fordert Geradeausfahrassistent für Radfahrer betitelter Beitrag, in dem dargelegt wird, warum diese Lösung viel besser ist als teure Abbiegeassistenten für LKW. (Der Geradeausfahrassistent sitzt als Sozius auf dem Gepäckträger und warnt den Radfahrer, wenn ein LKW in der Nähe ist.)

„Made in GDR“ – Mond bloß ein Erd-Trabant! (zum 50. Jahrestag der Mondlandung) und Gesetz gegen Wählerbeeinflussung waren weitere launige Artikel, die der Postillon aus dem einen oder anderen Grund nicht verwenden wollte (man kann der Redaktion eigene Artikel schicken, es werden aber nur selten welche angenommen, wie man mir in einer sehr netten Mailantwort schrieb).

Besonders um den letzten Artikel war es schade, den hatte ich anlässlich der Kontroverse um Rezo und Annegret Kramp-Karrenbauer verfasst: AKK hatte damals in einer Rede die herrlichen Sätze vom Stapel gelassen: »Was sind eigentlich Regeln aus dem analogen Bereich und welche Regeln gelten eigentlich für den digitalen Bereich ja oder nein? Das ist eine sehr grundlegende Frage.« Tenor des Artikels war der fiktive Beschluss des Bundesverfassungsgerichts, dass sechs Monate vor Landtags- oder Bundestagswahlen keine Wählerbeeinflussung mehr zulässig sein soll. Das gelte aber nicht nur für das Internet (wie von AKK indirekt gefordert), sondern auch für Plakat- und Fernsehwerbung und vor allem für sogenannte Wahlkampfveranstaltungen. Nur so könne sichergestellt werden, dass die Meinungsbildung eines jeden Stimmberechtigten frei und unbeeinflusst erfolgt.

Ich werde irgendwann eine eigene Satireseite aufziehen: den Kompostillon.

Gendern – aber richtig

Gendern – ein schwieriges Thema, teilweise vermintes Gelände. Ich finde durchaus, dass sich in der Sprache viele gesellschaftliche Ungerechtigkeiten niedergeschlagen haben und dass man sich dessen im ersten Schritt bewusst werden sollte. In einem zweiten Schritt sollte man, ähnlich systematisch wie beim PROZUKOMDEDEUS, dem »Projekt zur Komplettierung der deutschen Sprache«, beherzt darangehen, jeweils passende und auch klangschöne Komplementärformen zu finden. Ein paar Beispiele:

Emanze – Emanzer (ein Mann, der sich mannhaft dagegen stemmt, dass ihm seine Mutter jedes Jahr zu Weihnachten Socken oder eine langweilig gemusterte Krawatte schenkt)

meine bessere Hälfte – mein besserer Hälft

Vetternwirtschaft – Cousinenwirtschaft

Primaballerina – Primoballerino

Sopranistin – Sopranist

Miesepeter – Miesepetra

Kommando – Kofraudo

evakuieren – adamkuieren

die Schwarze Mamba – der Schwarze Mambo

Das ist in die Hose gegangen. – Das ist in den Rock gegangen.

Jemandem den Schwarzen Peter zuschieben. – Jemandem die Schwarze Petra zuschieben. 

Der Cottbuser Postkutscher bzw. die Cottbuser Postkutscherin putzt den Cottbuser PostkutscherInnenkasten auch außen.

Kaut karge Kost

Tautogramm (ich musste das jetzt selbst erst nachschauen) ist der Fachbegriff für einen Satz, in dem alle Wörter den gleichen Anfangsbuchstaben haben. In irgendeinem Film sagt der Hauptdarsteller, ein Komiker (Walter Matthau vielleicht; solltest Du es zufällig wissen, schreib mir bitte eine Mail), alle Wörter, die mit K beginnen, seien lustig. Daher zuerst meine Tautogramme auf K:

Kaut karge Kost! Katalysiert keinen kurdischen Kandis! Kocht keinen kalten Kaffee! Kühle Köpfe kennen kaum Kummer.

Mein monströses Mitmachmodell macht mir morgens mitsamt meiner Mitmenschen manches Mal Migräne.

Mein Motto: Meide Mittelwege!

Munter mitschwimmen mit Mittelmeermollusken. (Wäre doch ein schöner Slogan für einen Reiseanbieter, nicht?)

Zu Pfingsten putzt Papst Paul persönlich den Petersdom – per pedes! (Nicht ganz sortenrein, aber hübsch.)

Fünf flotte finnische Fischfangfachfrauen fordern fürderhin vom friesischen Flottenverein freie Fangquoten für Fischstäbchen vor Fehmarn.

»Zeit zum Zähneputzen!« zischte Zeus zerberuszornig.

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Und ein Buch über diskriminierte Tiere: Rohrspatz, Schnapsdrossel etc.

Eines mit Sprichwortverwurstungen.

Ein Kofferwörterbuch: von Alphabetschwester über Schaufensterbummelstreik bis Zirkelschlusslicht.

Und noch dies und jenes.

Und auch Ernsthaftes …

Vermutlich auf meiner Lektoren-Website (in Planung) oder auf einer eigenen Site (www.deutschschlampen.de – in Planung) setze ich mich humorvoll, kritisch und detailliert mit heutigen sprachlichen Entwicklungen auseinander. Mein Ziel ist es, konstruktiv Kritik zu üben, um dafür zu sensibilisieren, was gutes Deutsch ist und was gute Sprache ausmacht.

Zum einen werde ich Rechtschreib- und Sprachfehler in Online-Medien kommentieren (und dort, wo man eigentlich davon ausgehen darf, dass die Verfasser es von Berufs wegen besser wissen müssten, auch anprangern).

Dabei wird mein Augenmerk weniger auf simplen Fehlern liegen, ich werde eher die weniger offensichtlichen Fehler in Wortverwendung, Ausdruck, Satzbau etc. aufzeigen.

Unter dem Stichwort Phrasendekonstruktion möchte ich mit angemessenem Spott über sprachliche Plattheiten herziehen, etwa über das allgegenwärtige etwas bewegen: Wer etwas bewegen will, sollte LKW-Fahrer werden, wer meint, man müsse die Leute dort abholen, wo sind, für den ist Busfahrer das ideale.

All das gehört zur Seite der Sprachverwendung und zum Sprachgebrauch. Zum anderen übe ich jedoch auch Kritik am derzeitigen Regelwerk, zum Beispiel an Unsinnigkeiten bei Getrennt- und Zusammenschreibung oder Inkonsistenzen. Auch gibt es z.B. keinen ersichtlichen Grund, bei heute morgen oder morgen abend das erste Adverb klein und das zweite groß zu schreiben – an diesen Wörtern ist nichts Substantivisches, es geht nicht um einen Morgen bzw. um einen Abend, es ist eine gewöhnliche adverbiale Zeitbestimmung. Die Regel ist nicht durchdacht und unsinnig.

Im Naamikjoki-Buch und bei den anderen geplanten Publikationen entwickele ich daher eine sinnvolle deutsche Rechtschreibung. Was dem einen also ein Fehler zu sein scheint, fußt in den meisten Fällen auf einer bewussten Entscheidung. Ganz fehlerfrei werden jedoch das Buch und auch diese Website wohl nicht sein, daher bin ich dankbar, wenn Du mich auf einen – wenn auch nur vermeintlichen – Fehler aufmerksam machst.

Der Shop der wunderbaren Dinge

Fluchsimulator

Ich schreibe ja nicht nur, ich erfinde ja auch Dinge. Da wäre zuallererst der Fluchsimulator, ein vielseitig verwendbares Gerät: Wenn Du in bestimmten Situationen (z.B. gegenüber Amtspersonen) dazu neigst, sogenannte Kraftausdrücke zu verwenden oder gar Unflätiges von Dir zu geben, kann Dich das teuer zu stehen kommen. Dann ist der Fluchsimulator genau das richtige für Dich: Du kannst ganz ungeniert wie ein Rohrspatz fluchen, und das Gerät macht aus Schimpfwörtern und Beleidigungen ganz ähnlich klingende, aber harmlose Wörter und Sätze.
Er funktioniert aber auch umgekehrt. Es gibt ja Menschen, die sind von Natur aus so höflich und gesittet, ihnen fallen selbst in Situationen, in denen es angebracht wäre, nicht die passenden Worte ein. Wenn Du also in diesem Modus hineinsprichst, macht das Gerät aus ganz normalen Sätzen derbe Flüche und Verwünschungen, mit denen Du Dir noch im hintersten Neukölln Respekt verschaffen kannst. Der Translogorierungsprozess erfolgt auch hier wieder durch kleine Umstellungen in den Wörtern und Lautungen.

In der Premium-Version hat das Gerät noch eine weitere Funktion: Magisch Begabten (Hexen, Voodoo-Leuten etc.) erleichtert es die Arbeit: Sie können denen, auf die sie es abgesehen haben, auf einem kleinen Monitor zeigen, wie sich die angedachten Verwünschungen (z.B. unvorteilhafte Verwandlungen in ein Tier; Du kennst das sicher aus Märchen) auf das Leben des Betroffenen auswirken werden. Das erspart dann meistens das Umsetzen im richtigen Leben. Aus Einsicht. Auf Wunsch für ein perfektes Virtual-Reality-Erlebnis auch mit 3D-Brille.

Abnehmgabel

Bei LIDL gab es mal einen Abnehmlöffel; der hat eine Delle bzw. eine Art Höcker, damit man weniger Zucker zu sich nimmt. Aber warum nur einen Löffel? Ich habe eine geniale Abnehmgabel ersonnen. Mehr verrate ich an dieser Stelle noch nicht. laughing

T-Shirts und Postkarten

Ich habe auch ein gutes Dutzend wunderbarer Ideen für T-Shirts, Postkarten und Ähnliches, teils mit Zeichnungen, teils nur mit Text, manches zum Beispiel sind Verballhornungen geläufiger Sprichwörter oder Slogans.

Zusammenarbeit mit Luksan Wunder?

»Kein kontaktloses Bezahlen möglich«

Sätze wie dieser inspirieren mich. Für manches fehlen mir jedoch Equipment und/oder Erfahrung. Zum Beispiel hätte ich gar nicht die Möglichkeiten, Video-Ideen umzusetzen. Mit den wunderbaren Leuten von Luksan Wunder hoffe ich, dass sich das eine oder andere realisieren lässt. Unser angedachtes Kennenlern-Treffen Anfang März scheiterte wie so vieles andere, was nur im persönlichen Austausch möglich ist, am Krönchen-Virus. Ich hoffe, wir können uns bald in echt zusammensetzen.

Mein Beitrag zum Beethoven-Jahr: »Gegen Elise«

Hast Du mal Klavier gespielt? Dann wird dieser Kelch auch an Dir nicht vorübergegangen sein: Vermutlich jeder kennt dieses unsägliche Höhere-Töchter-Stück. Als Fachmann für Umkehrschlussfolgerungen, der ich ja bin, habe ich meine sprachspielerischen Prinzipien auf den Bereich Musik übertragen.

Ich hoffe, ich komme bald dazu, es einzuspielen. Gibt’s dann wie alles andere auf einem (noch einzurichtenden) YouTube-Kanal.