Beispiele (teilweise gekürzt)

(die Siglen in den Klammern hinter den Ortsnamen sind die internationalen Länderkennzeichen gemäß den Kfz-Nationalitätskennzeichen)

Antananarivo (RM), das:
das aufgeregte und mehr oder weniger bange Gefühl, mit dem man am vereinbarten Treffpunkt auf die neue Internet-Bekanntschaft wartet – von der man noch nicht weiß, ob sie in natura genauso geil aussieht wie auf den Fotos; s. a. ⇒Godo.

Archsum, das:
(theol.:) das Geräusch eines »über den Wassern« schwebenden Geistes (s. a. ⇒Urschalling).

Au in der Hallertau:
(bayr. für:) Mittelohrentzündung.

Ballrechten-Dottingen, das:
(Fachbegriff aus dem Fußballsport:) neuesten Forschungen zufolge eventuell genetisch bedingtes Ritual von Elfmeterschützen, den vom Schiedsrichter genau auf den Elfmeterpunkt gelegten Ball erst noch einmal selbst aufzuheben, wieder hinzulegen, zwei Schritte Abstand zu nehmen, die Position zu begutachten, nochmal hinzugehen, den Ball, der jetzt ein wenig zu weit links zu liegen scheint, einen Viertelmillimeter nach rechts zu rollen, um schließlich noch ein allerletztes Mal Hand anzulegen – vermutlich, damit die ihm beim Anlaufen zugewandte Seite eine freundlichere Musterung zeigt (vgl. ⇒Ballyhaunis; s. a. ⇒Elverum).

Bettmannsäge, die:
ein winzig kleiner, von der Schulmedizin übersehener sägeförmiger Knochen am oberen Ende der Luftröhre; hilft manchen Menschen, während des Schlafens die eingeatmete Luft in handliche Portionen zu zerteilen.

Bochum, das:
(med. Maßeinheit:) die Menge an Kohlenstaub, die ein Arbeiter im Steinkohlebergbau im Laufe seines Lebens in seiner Lunge ansammelt; entspricht dem Teergehalt von 2.700.000 Filterzigaretten bzw. wenn er drei Jahre lang die Abgase eines Vierzigtonners eingeatmet hätte.

Chalampé (F) (Adv.):
(veraltend:) nichts dabei finden, morgens mit Lockenwicklern im Haar zum Bäcker zu gehen.

Commichau, der:
jemand, der sich zu Partys von Freunden und Bekannten grundsätzlich selbst einlädt.

Dellweg, der:
(salopp für:) Knautschzone; wird bewusst so konstruiert, dass bereits bei Bagatellunfällen Schäden von mindestens 3.000 Euro entstehen.

Dubrovnik (HR) (Adv.):
alle Voraussetzungen für einen Hausmeisterjob mitbringend.

Eisenach, der:
der mörderische Muskelkater, der sich tags darauf einstellt, nachdem man zum ersten Mal an einem Triathlon-Wettbewerb teilgenommen hat; s. a. ⇒Gymnich.

Farajan (E) (Adv.):
alle Voraussetzungen mitbringen, um ein weltbekannter Künstler zu werden, aber den falschen Namen haben.

Faulenfürst, der:
jemand, der es perfekt beherrscht, sich bei sonnigem Wetter stundenlang mehrere Sportübertragungen hintereinander anzuschauen, ohne die geringste Regung nach eigener Bewegung zu verspüren (vgl. ⇒Gymnich).

Fernabrünst (Adj.):
die Art von Erregung, in die man beim Telefonsex gerät; vgl. ⇒Netzkater.

Finsterlingen (V.):
(bes. in Berlin:) obwohl man bestens gelaunt ist, unterwegs möglichst grimmig und griesgrämig dreinschauen, um nicht ständig angequatscht zu werden. Wem das schwerfällt, kann sich von seinem Hausarzt zusätzlich ⇒Mozac© verschreiben lassen (s. a. ⇒Hartpenning, ⇒Molmke).

Foppiano Unterstalden (I) (V.):
(bes. gegenüber Amtspersonen und Behörden, im In- und Ausland:) um einer drohenden Bestrafung zu entgehen so tun, als sei man der Landessprache nicht mächtig.

Geigant, der:
ein Violinist, zu dessen Statur eher ein Kontrabass passen würde.

Gießübel, der:
ein Nerd, der zwar Software-Updates binnen Minuten einspielt und alle drei Stunden ein komplettes Backup seiner Daten auf eine externe Festplatte macht, seine Topfpflanze aber, kurz bevor sie jämmerlich vertrocknet wäre, in einem Anflug tiefster Reue gnadenlos ertränkt – nicht aus bösem Willen oder aus Vergesslichkeit, sondern weil er absolut kein Gefühl für selbst die elementarsten Bedürfnisse anderer Lebewesen hat. Man könnte auch sagen: Er hat einen braunen Daumen. Wird das G.-Prinzip im großen Rahmen praktiziert – zum Beispiel vom städtischen Grünflächenamt –, nennt man es ⇒wiesbaden.

Golzwarderwurp, der:
(hist.:) der gefährlichste Rechnervirus der Antike; befiel um ca. 225 n. Chr. sämtliche Abakusse und zerstörte deren Rechenkugeln; in der Folge zerfiel das Römische Reich.

Gymnich, der:
Mensch, der sich offensichtlich jahrzehntelang auf das hartnäckigste jedweder Form von Leibesertüchtigung widersetzt hat (s. a. ⇒Eisenach, ⇒Faulenfürst).

Helsinki (FIN), das:
(in nordischen Ländern:) metaphorische Bezeichnung für diejenige Phase des Jahres, in der sich der Polarsommer allmählich dem Ende zuneigt; s. a. ⇒Taklax. In Deutschland merkt man, dass H. ist, daran, dass für drei bis vier Wochen jeder mindestens einmal täglich erwähnt, dass man merkt, dass jetzt die Tage wieder kürzer werden.

Hochfinstermünz (A), die:
die geheimste und mächtigste aller Geheimgesellschaften; kontrolliert nicht nur alle anderen Geheimgesellschaften, u.a. die Illuminaten und die Freimaurer, sondern auch alle westlichen und pro-westlichen Regierungen, die Europäische Zentralbank, die Federal Reserve der USA und neben dem Dollar und dem Euro auch praktisch alle westlichen Währungen, alle wichtigen Börsen und somit das globale Finanzsystem und alle Geldströme und also die Weltwirtschaft und damit die Weltpolitik. Bester Beweis für die absolute Geheimheit dieser ultrageheimen Geheimgesellschaft ist die Tatsache, dass sie nirgends auch nur die leiseste Spur ihrer Machenschaften hinterlässt; sie ist sogar so geheim, dass viele ihrer Mitglieder noch nicht einmal wissen, dass sie ihr angehören.

Hullern (V.):
das, was ein Basket- oder Golfball macht, wenn er sich nicht entscheiden kann, ob er in den Korb bzw. ins Loch fallen soll oder nicht.

Husum (Adv.):
keine Angst vor Geistern habend.

Hyypiänniemi (FIN), das:
der äußerst mysteriöse und von der Wissenschaft immer noch nicht restlos erklärbare Umstand, dass sogenannte Gute-Laune-Musik in 97,1 Prozent aller Fälle die Laune der ihr Ausgesetzten verschlechtert; bei Telefonwarteschleifen sind es sogar 137 Prozent.

Isny, der:
(Begriff aus der Mythologie:) der Zeitpunkt, an dem Politiker ihre Wahlversprechen einlösen.

Kleinmachnow (Adj.):
gewissermaßen das Gegenteil von Größenwahn – auch bekannt als die »Politik der kleinen Schritte«: Als Politiker immer nur so viel in die Wege leiten, dass man nicht pauschal als Bremsklotz verschrien werden kann. Mit anderen Worten: Drängende Probleme auf eine Art angehen, dass einem einerseits niemand vorwerfen kann, man täte gar nichts, man andererseits aber auch nicht riskiert, irgendeinen Fehler zu machen.

Krakau (PL), der:
(med.:) ein Metastasen bildender Schmerz.

Milzau, das:
der medizinisch korrekte Fachbegriff für Seitenstechen.

Molmke (Adj.):
an sich herzensgut und menschenfreundlich sein, das aber beim besten Willen nicht zum Ausdruck bringen können; besonders m. sind z. B. die Berliner Bus- und Taxifahrer (s. a. ⇒Finsterlingen, ⇒Hartpenning, ⇒Mozac®).

Mozac® (F):
ein Medikament, das vor Stimmungsaufhellungen schützt. Viele Großstadtbewohner nehmen es morgens direkt nach dem Aufstehen ein, denn es bewahrt einen zuverlässig davor, angesprochen zu werden (s. a. ⇒Finsterlingen, ⇒Molmke).

Nebelschütz:
ein apokrypher Heiliger, angeblich der Schwippschwager des Christophorus; diejenigen, die an ihn glauben, erkennt man daran, dass sie auch bei zwanzig Metern Sicht mit Tempo 150 über die Autobahn brettern.

Neu Amerika (PL):
ein im Jahre 922 von einem Vorfahr von Christoph Kolumbus auf dem Weg nach Indien entdeckter und damals wie heute völlig zurecht so gut wie unbekannter Teil von Mecklenburg-Vorpommern.

Nischnij-Nowgorod (RUS) (Adj.):
(selten; russisch für:) alkoholfrei.

Oerlikon (CH) (Adj.):
seiner Liebsten in einer/einem dafür völlig ungeeigneten Sprache bzw. Dialekt Komplimente machen.

Pjöngjang (KP):
(Begriff aus dem Tischtennis:) seinen Gegner im Verlauf eines eskalierenden Ballwechsels mit Schmetterbällen aus der Halle zu treiben versuchen.

Prenzlau, der:
ein Zimmerbrand, solange man ihn noch selbst löschen kann; ein ⇒Tannenlohe ist definitiv kein P. mehr.

Raun, das:
zeitverzögert aufbrausendes Geräusch in Fußballstadien, wenn fast ein Tor gefallen wäre; kommt dadurch zustande, dass fast alle fast nichts sehen.

Rimini (I), der:
ein einteiliger Bikini (ohne das Oberteil).

Santarem (P), die:
die Schlafphase, während der das Sandmännchen kommt.

Schmilka, die:
eine Tafel Schokolade nach sechs sommerlichen Tagen im Handschuhfach eines Kleinwagens.

Selfoss (IS), der:
jemand, der sich beim Versuch, ein Selfie zu machen, nur halb aufs Bild bekommt.

Sevenich, der:
jemand der winters beim Autofahren nur mit einem winzigen freigekratzten Kuckloch durch die Gegend fährt (Gegenteil: ⇒Sichtigvor; s. a. ⇒Thun).

Sexbierum (NL), das:
zur Zeit der größten Machtausdehnung der Römer unter Kaiser Augustus der nördlichste Punkt ihres Einflussbereichs; die damals beginnende hoffnungsvolle Verschmelzung von römischer und germanischer Kultur scheiterte leider nach kurzer Zeit daran, dass die Germanen keine zu verschmelzen hatten.

Sievernich, das:
das leicht mulmige Gefühl, das einen beschleicht, wenn einem klar wird, dass sich die Reaktorkatastrophe, von der gerade live im Fernsehen berichtet wird, im Nachbarort ereignet.

Simplon (CH), das:
die kürzestmögliche Verbindung zwischen zwei Orten – auch wenn Berge dazwischen sind.

Straßwalchen (A), die (Pl.):
Verformungen im Asphalt aufgrund von Hitze und Schwerlastverkehr; S. können so groß werden, dass ganze Kinderwägen darin verschwinden; die größten S. wurden 1983 in der Nähe von Münchhausen entdeckt und dienen heute als öffentliches Freibad.

Tannenlohe, das:
ein durch einen brennenden Weihnachtsbaum festlich erleuchtetes Wohnzimmer; vgl. ⇒Prenzlau.

Tinizong (CH) (Interj.):
(lautmalerisches Wort, bes. in Comics verwendet:) der Effekt, wenn bis zum Zerreißen gespannte Hosenträger, Gummis, Hasenohren oder Ähnliches plötzlich losgelassen werden und zurückschnellen.

Toronto (CDN) (Adj.):
auch bei wärmeren Temperaturen absichtlich mit Winterreifen fahren, damit man auf Kopfsteinpflaster schön die Reifen durchdrehen lassen und dabei ein irre quietschendes Geräusch verursachen kann.

Trampot (F), der:
jemand, der eine Trompete falschherum ansetzt.

Türnich, die:
die enervierende Zeitspanne, die verstreicht, bevor sich die Türen eines Aufzugs, der eigentlich schon längst auf der gewünschten Etage angekommen ist, endlich öffnen und man aussteigen kann; scherzh.: Elisha-Otis-Gedenkminute.

Tütschengereuth, das:
das zwanghafte und vermutlich auf einer geheimen Vereinbarung oder genetischen Veranlagung beruhende, wie auf Kommando einsetzende Aufreißen von Chips- etc. -tüten und Öffnen aller Arten von Getränkedosen in großen Kinos, sobald das Licht ausgeht.

Tumby (GB), der:
die Sorte Mensch, für die die Produktinformationen auf Verpackungen geschrieben sind, die sonst niemanden interessieren.

Tunis (TN), der:
ein Relaxoholic – also jemand, der den ganzen Tag damit beschäftigt ist, nichts zu tun. Bei solchen Menschen ist meist das ⇒Dümpelfeld überaus gut entwickelt.

Upflamör, das:
das Gegenteil von Schluckauf.

Urschalling, das:
(astronom.:) die mit feinsten Messgeräten nachweisbaren Spuren des Urknalls (s. a. ⇒Archsum).

Usurbil (E), das:
ein Auto, mit dem man die ganze Straßenbreite braucht.

Vaduz (FL), das:
Gesichtsausdruck von Comicfiguren, der Verblüffung ausdrücken soll.

Vluyn (Adj.):
heißt soviel wie blümerant oder so ähnlich.

Wachtendonk (Adj.):
nachdem man mal wieder viel zu spät ins Bett gegangen ist und auch nach einer halben Stunde noch keinen Schlaf gefunden hat absolut unschlüssig sein, ob man nicht ganz auf den Schlaf verzichten sollte, weil man in zwei oder drei Stunden sowieso wieder aufstehen muss und die Zeit ja doch vielleicht irgendwie sinnvoll nutzen könnte – bis einem plötzlich klar wird (⇒Schabs), dass genau das eine wunderschöne Definition für wachtendonk ist. Auch von Partys, auf denen es nicht genug zu trinken gab, kommt man manchmal völlig w. heim; s. a. ⇒Wachtum.

Waldbredimus (L), das:
das erhabene Gefühl, das einen urplötzlich in der Natur ergreift, sobald einmal kein Hochspannungsmast zu sehen ist, kein Flugzeug dröhnt und kein Handy bimmelt; s.a. ⇒Erbajolo.

Wampen (V.):
beim All you can eat-Büffet ohne den geringsten Appetit nur deshalb noch weiteressen, weil man möglichst viel für sein Geld haben will.

Watschenfeld, das:
eine Kinderwange, unter autoritär-erzieherischen Gesichtspunkten betrachtet.

Wattenscheid, der:
(salopp für:) Stromrechnung.

Weissach, das:
ein Horoskop in Illustrierten, das so formuliert ist, dass es für jeden und für alle Eventualitäten passt.

Wetzlar, der:
(Begriff aus der Leichtathletik; im Fachjargon »Hase« genannt:) ein Läufer, der bei Weltrekordversuchen für den Favoriten zunächst das Tempo macht, nach zwei Runden erschöpft zusammenbricht und zur Wiederbelebung mit einem Notarztwagen auf die nächste Intensivstation gebracht wird.

Wiesbaden (V.):
(in Großstädten in trockenen Sommern nach längeren Hitzeperioden zu beobachten:) seitens der städtischen Grünflächenämter versuchen, die längst vertrockneten Rasenflächen in öffentlichen Grünanlagen zu retten, indem man sie komplett unter Wasser setzt – also dasselbe Prinzip, das ein ⇒Gießübel bei seiner Zimmerpflanze anwendet.

Wladiwostok:
Figur aus Warten auf Godot, auf die noch nicht einmal gewartet wird – und damit die mit Abstand traurigste, trostloseste, deprimierendste und bemitleidenswerteste Rolle, die es in der gesamten weiten Welt des Theaters gibt.

Wohmbrechts, die (Pl.):
Haushaltsunfälle, bei denen Menschen aus Unvorsichtigkeit oder purem Leichtsinn zu Tode kommen. Da jedes Jahr dreimal so viele Menschen bei Stürzen von Dingen, die eine Leiter imitieren, durch Stromschlag durch am offenen Herzen operierte Toaster etc. zu Tode kommen wie im Straßenverkehr, wäre es eigentlich folgerichtig, eine Helmpflicht für zuhause einzuführen. Rechnet man das Risiko auf die zurückgelegten Kilometer um, ist die Unfallgefahr in den eigenen vier Wänden sogar um 3,27 Billionen Mal höher als auf öffentlichen Straßen.

Zzyzx (USA):
Zustand der Welt, wenn alle per staatlicher Anordnung zum kollektiven Nichtstun verdonnert sind.